Eigener Onlineshop oder Amazon und ebay: Wo sollten Händler verkaufen?

Verkauf Multichannel

Es gibt verschiedenste Wege und Lösungen, um den ersten Einstieg in den Online-Handel zu gestalten. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich vorsichtig heranzutasten und zum anderen, können Händler auch direkt mit einem umfangreichen eigenen Onlineshop und einem breitem Produktportfolio an den Start zu gehen. Ob eigener Onlineshop oder über die Marktplätze Amazon und ebay? Fest steht, wer online handeln will, hat eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Welche Verkaufsplattform sich für Sie am besten eignet, verraten wir in diesem Blogbeitrag.

Die Vor- und Nachteile von Online-Marktplätzen und dem eigenen Onlineshop im Check

OnlineshopAmazon & ebay
Investition & ReichweiteFür den eigenen Onlienshop ist in der Regel Kapital notwendig. Für die Nutzung einer Shopsoftware wird meist monatlich (bei cloudbasierten Systemen) oder jährlich (bei Lizenzen) eine Gebühr fällig. Zusätzlich muss die Seite mit allen nötigen Funktionen aufgebaut und mit Content gefüllt werden, was spezielle Kenntnisse oder externe Fachleute auf den Plan ruft, für deren Dienstleistungen weitere Kosten anfallen können. Ist die Seite dann bereit zum Start, dauert es, bis sie von den ersten Kunden gefunden wird. Darüber hinaus muss also dringend Marketing betrieben werden, um Nutzer auf den Shop aufmerksam zu machen.

Für den Verkauf über die Marktplätze ist kein Startkapital erforderlich. Neben Verkaufsprovisionen, welche jedoch nur anfallen, wenn ein Verkauf zustande kommt, können zusätzlich monatliche Gebühren anfallen. Beides ist vorab ersichtlich und in den AGB’s hinterlegt, wodurch die Kosten dafür jederzeit überschaubar bleiben.Der größte Vorteil: Amazon und ebay kennt so ziemlich jeder, was sich unglaublich positiv auf die Nutzerzahlen auswirkt. Ist das Produkt dann erst einmal eingepflegt, kann es nahezu sofort über die Suchfunktion gefunden und auch bestellt werden, ohne dass der Händler weitere Kosten in Marketing investieren muss.
Technik & ServiceIn erster Linie ist der Betreiber des Shops für die Organisation, Verwaltung und Kosten für Technik und Service verantwortlich. Je nachdem, welches Shopsystem genutzt wird, kann Support in Anspruch genommen und gewisse Tools zur Verfügung gestellt werden. Von großem Vorteil ist es, wenn der Shopbetreiber bereits in der Branche tätig ist oder entsprechende Vorkenntnisse mitbringt, wodurch er vieles selbst managen und umsetzen kann, ohne dabei externes Personal in Anspruch nehmen zu müssen.Marktplatz-Händler zahlen Gebühren und bekommen dafür eine funktionierende Software, sodass die Abwicklung von Verkäufen problemlos gewährleistet werden kann. Doch auch hier gilt zu beachten: Sollte es zu Problemen und technischen Schwierigkeiten kommen, kann der Händler meist selbst keinen Einfluss auf die Problembehebung ausüben und ist auf den Anbieter angewiesen.
GestaltungsmöglichkeitenIhr Shop – Ihre Regeln! Bei einem eigenem Onlineshop können Händler ganz individuelle Funktionen und Designs wählen und den eigenen Kunden die Erfahrung bieten, die sie selbst für angemessen halten.

Auf die Produktpräsentation und das entsprechende Design haben Händler nur sehr wenig Einfluss. Marktplätze haben strenge Vorgaben, an die sich die Händler halten müssen. Farben, Schriftarten und Layouts sind dabei nämlich größtenteils standardisiert, auch wenn ebay immerhin mehr Optionen bietet als Amazon. Bei Zuwiderhandlung können Händler abgemahnt oder Produkt für den Verkauf ausgeschlossen werden.
Preis & PreisgestaltungHändler haben hier natürlich zunächst die große Freiheit, ihre Preise angemessen und individuell zu kalkulieren. Da die Gebühren im Gegensatz zu den Verkäufen über die Marktplätze wegfallen, liegt die Gewinnmarge im allgemeinen deutlich höher. Ein wichtiger Effekt ist ebenso, dass Besucher des Shops keinen direkten Preisvergleich haben, solange sie sich auf der Seite befinden. Während auf den Marktplätzen der Preis oftmals das ausschlaggebende Kriterium ist, spielt beim eigenen Onlineshop die allgemeine Stimmigkeit eine große Rolle.Auf den Martplätzen, wo Kunden die Wahl zwischen vielen gleichartigen Angeboten haben, ist oft der Preis entscheidend. Nutzer entscheiden sich für den Händler, bei dem das Produkt nur wenige Cent günstiger ist oder die Versandkosten wegfallen.

Hier gibt es jedoch bereits tolle Repricing-Tools für Händler, welche die Preiskalkulation unterstützen und sie auf den Marktplätzen wettbewerbsfähig machen, ohne dabei die Marge zu zerstören.

WettbewerbAuch Onlineshops machen sich Konkurrenz, sobald sie ähnliche Produkte anbieten. Hier gilt also die Devise, sich einen eigenen Kundenstamm aufzubauen, durch gezielte Marketing-Maßnahmen Stammkunden an das Unternehmen zu binden und durch Branding-Maßnahmen die Bekanntheit zu steigern.Preisdumping und Konkurrenzkampf ist auf den Marktplätzen ein bekanntes Problem. Denn je mehr Händler mit gleichen Produkten auf der Plattform vertreten sind, umso mehr steigt der Druck, den bestmöglichen Preis zu erzielen. Dies führt dazu, dass Produkte unter der Marge verkauft werden und Händler sich nach und nach von den Marktplätzen distanzieren müssen.
KundenbindungEin guter Onlineshop überzeugt in erster Linie durch gute Produktqualität, Versandgeschwindigkeit und einem freundlichen Service. Werden diese Kriterien erfüllt, merken sich die Kunden den Namen und können so nachhaltig an den Onlineshop gebunden werden. Auch hier bietet ein eigener Onlineshop natürlich viele Freiheiten, wenn es um das Thema Remarketing geht.Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich die Kundenbindung auf den Marktplätzen eher im Rahmen hält. Für viele Nutzer ist es nicht unbedingt relevant, bei wem sie bestellen. Hier zählt das Bewertungsprofil des Verkäufers, ein guter Preis und die problemlose Lieferung.
BrandingWenn es darum geht eine Marke aufzubauen, steht es außer Frage, dass ein eigener Onlineshop natürlich mehr Möglichkeiten bietet. Wie bereits erwähnt, dauert es bis der Shop steht und von den ersten Kunden gefunden wird. Händler starten also zunächst bei Null und müssen durch gezielte Maßnahmen an der Bekanntheit des Shops arbeiten. Über Social Media Kanäle, Google, Partnerseiten und vielen weiteren, gibt es bereits ausgezeichnete Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Hier gilt jedoch zu bedenken, dass dies mit hohem Zeitaufwand und Kosten verbunden sein kann.

Im Grunde verbieten die Marktplätze es den Händlern, ihr Unternehmen in irgendeiner Weise zu erwähnen. Besonders streng geht hier Amazon vor, der Versandriese untersagt seinen Händlern beispielsweise Visitenkarten einzufügen oder den eigenen Shop auf Rechnungen, die in den Paketen mitgeliefert werden, zu erwähnen. Branding für die eigene Marke kann auf den Marktplätzen somit kaum betrieben werden. Vorteile in Sachen Branding haben hier jedoch Händler, welche Private Label Produkte verkaufen. Zusätzlich können innerhalb der Plattformen durch Gebühren bzw. Werbebuchungen Produkte prominenter aufgestellt und somit der Verkauf gefördert werden.

Fazit

Verkauf Marktplätze oder Onlineshop

Unsere Empfehlung: Multichannel überdenken! Tatsächlich gibt es bei der Wahl des Vertriebskanals genügend gute Gründe, mehrgleisig zufahren. Empfehlenswert ist es beispielsweise, den Onlineverkauf auf einer Plattform anzufangen um Aspekte der Umsetzung auszuprobieren und zu analysieren, bevor ein eigener Onlineshop aufgesetzt wird. Auf diese Weise lässt sich unter anderem natürlich auch sehr gut testen, ob sich der Onlinehandel überhaupt für das eigene Unternehmen eignet, die internen Abläufe funktionieren und der ausgewählte Logistik-Partner zuverlässig ist. Entscheiden sich Händler für einen alleinigen Vertriebskanal, kann es im schlimmsten Fall sein, dass sie entsprechende Chancen nicht wahrnehmen.

Tipp: Unser ASIN-Advisor kann Sie dabei unterstützen, neue Nischen und Artikel mit Potential zu finden und die Preise der Konkurrenz zu erfahren. Erfahren Sie hier mehr!

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Marktplätze für E-Commerce-Neulinge eine sehr gute Schule bilden, da sie extrem auf die Kundenzufriedenheit fokussiert sind und keine besondere Investition und Kenntnis mit sich bringen. Sammelt der Händler entsprechende Erfahrungen, kann er den Plan, einen eigenen Webshop zu eröffnen, gelassener angehen, weil er nun weiß, was seine Kunden wollen und was ein erfolgreicher Shop alles benötigt.

Gerne unterstützen wir auch Ihren Start in den E-Commerce mit unserem breiten Produktprotfolio. Erfahren Sie hier mehr zu unseren Lösungen!

Das könnte Sie auch Interessieren …