Amazon Private Label: So positionieren Sie Ihre Handelsmarke erfolgreich

Amazon Private Label Beispiel Sortiment Kosmetikgläser

Produkte verkaufen ohne aufwendige Produktentwicklung ist möglich. Das Konzept des Private Labels, das in den USA begann, ist heute ein etablierter Ansatz und eines der gängigsten Geschäftsmodelle auf Online-Marktplätzen: 54 Prozent der Händler vertreiben Private Label Produkte über Amazon (Quelle: State of the Amazon Seller 2024 Report, Jungle Scout).

Traditionelle Einzelhändler und Online-Händler nutzen gleichermaßen die Vorteile von Private Labels. Große Supermarktketten wie Rewe mit „ja!“ und Edeka mit „gut & günstig“ sind klassische Beispiele für erfolgreiche Private Label Hersteller. Im Onlinehandel hat beispielsweise Möbelanbieter Wayfair seine Private Label Linie Wayfair Basics erfolgreich etabliert.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was sich hinter dem Amazon Private Label verbirgt und wie Sie dieses Geschäftsmodell erfolgreich umsetzen und vermarkten können.

Private Label, White Label, Amazon Eigenmarken – Verstehen Sie die Unterschiede

Was bedeutet Private Label?

Der Begriff Private Label kommt aus dem Englischen und bedeutet „Handelsmarke“. Private Label Produkte werden von einem Hersteller exklusiv für Sie als Händler angefertigt. Sie können diese Produkte individuell anpassen. Danach übernehmen Sie das Private Labeling der Produkte und können diese anschließend unter Ihrem eigenen Markennamen vertreiben.

Was bedeutet White Label?

White Label Produkte werden ohne Label bzw. Markenbezeichnung hergestellt und von verschiedenen Unternehmen unter ihrer Marke verkauft. Der Unterschied zum Private Labeling ist, dass die Produkte in identischer Ausführung für unterschiedliche Unternehmen produziert werden. Meist sind es standardisierte Artikel. Erst wenn ein Unternehmen das Produkt anpasst und mit dem eigenen Branding versieht, werden daraus Private Label Produkte.

Was sind Amazon Eigenmarken?

Amazon Eigenmarken, auch bekannt als Amazon Private Labels, sind Produkte, die speziell für den Verkauf auf der Amazon-Plattform entwickelt und vermarktet werden. Diese Produkte werden von Herstellern produziert, die oft im Auftrag von Amazon arbeiten, wobei Amazon die Designs und Spezifikationen vorgibt. Ein bekanntes Beispiel ist AmazonBasics – eine Amazon Eigenmarke für alltägliche Artikel, darunter Elektronikzubehör, Haushaltswaren und Büroartikel.

Vorteile von Amazon Private Label: Warum es sich lohnt, Ihre eigene Marke zu etablieren

#1 Umfassende Kontrolle über Marketing und Branding

Mit Amazon Private Label genießen Sie volle Freiheit, jedes Detail Ihrer Marke zu gestalten. Von der Produktverpackung, dem Corporate Design, über das Labeling bis hin zum Imageaufbau liegt alles in Ihrer Hand. Durch diese umfassende Kontrolle können Sie eine ansprechende Markenidentität schaffen, die genau auf Ihre Zielgruppe zugeschnitten ist. Mit einem individualisierten Amazon-Store setzen Sie sich von der Konkurrenz ab und profitieren gleichzeitig von der Reichweite des Onlineriesen.

#2 Wettbewerbsvorteil dank eigener Marke

Die enorme Reichweite von Amazon kann für viele Dritthändler schnell zum Problem werden. Der Konkurrenz- und Preisdruck ist hoch. Wer sich nicht von den Wettbewerbern absetzen kann, wird es schwer haben. Als Anbieter von Private Label Produkten auf Amazon können Sie aus der Masse hervorzustechen. Mit eigenen, einzigartigen Produkten verbessern Sie Ihre Chancen, die begehrte „Amazon-Buy-Box“ auf Amazon zu erobern.

#3 Schutz der eigenen Marke

Eine eigene Marke hilft nichts, wenn Sie sich nicht vor Markenrechtsverletzungen schützen können. Die Eintragung der Marke in nationale Register sichert Sie oft nicht umfassend ab. Der Schutz macht quasi an der Landesgrenze halt. Durch die Registrierung Ihrer Private Label Produkte bei Amazon Brand Registry können Sie Ihre Marke plattformbezogen überwachen und sich gegen Nachahmung und Missbrauch absichern.

#4 Gestaltungsfreiheit bei Produktlistings

Als Amazon Private Label Anbieter haben Sie zudem den Vorteil, Ihre Produktlistings individuell nach Ihren Vorstellungen zu gestalten. Sie haben die Freiheit, alle Aspekte Ihrer Produktseiten zu kontrollieren, von den Bildern und Titeln bis hin zu den detaillierten Beschreibungen und SEO-relevanten Keywords. Diese Autonomie erlaubt es Ihnen, Ihre Produkte optimal zu präsentieren und auf Ihre Zielgruppe zuzuschneiden.

SnapTrade optimiert Ihre Produktpreise

Der Preis ist einer der wichtigsten Faktoren beim Verkauf von Waren auf Amazon. Mit SnapTrade können Sie eine margenoptimierte Repricing-Strategie für Ihre Private Label Produkte umsetzen und Ihre Preisgestaltung automatisieren.

Amazon Private Label und dessen Herausforderungen

#1 Abhängigkeit vom Hersteller

Als Private Label Verkäufer sind Sie nicht selbst für die Produktentwicklung und Produktherstellung zuständig. Das ist auf der einen Seite eine enorme Erleichterung. Allerdings birgt die Abhängigkeit vom Hersteller Risiken.

Der Import der Waren aus dem Ausland ist aufwendig. Das bedeutet zunächst, einen geeigneten Hersteller zu finden. Aber auch die Kommunikation, Qualitätssicherung und Lieferzeiten sind Hürden, die gegen die Entscheidung für ein Private Label sprechen könnten.

#2 Erhöhter Aufwand für Marketing und Kapital

Der Aufbau einer eigenen Marke gelingt nicht über Nacht. Sie brauche viel Ausdauer und auch zusätzliches Kapital, um Ihre Private Label Marke erfolgreich zu etablieren. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Zeit, die Sie für den Aufbau von  Produktdetailseiten und A+ Content brauchen.

Das Thema Kapital spiegelt sich auch in den höheren Startkosten wider. Um niedrige Produktpreise durchzusetzen, benötigen Sie in der Regel eine ausreichend große Bestellmenge.

#3 Rechtliche Herausforderungen

Wenn Sie Produkte aus dem Ausland einführen, gelten bestimmte gesetzliche Vorschriften und Verordnungen zum Schutz der Verbraucher. Zusätzlich bestehen für bestimmte Produktgruppen wie beispielsweise Lebensmittel spezifische rechtliche Normen, die Sie beachten müssen. Informieren Sie sich also rechtzeitig über rechtliche Belange, die auf Sie zukommen können.

So setzen Sie Ihr Private Label auf Amazon erfolgreich um

Um Ihr Geschäftsmodell als Amazon Private Label Händler auf solide Bein zu stellen, brauchen Sie eine clevere strategische Planung. Dabei sollen Sie diese Maßnahmen berücksichtigen:

1. Produkt auswählen

Konzentrieren Sie sich auf Produkte mit hoher Nachfrage, die in Größe und Gewicht für den Versand geeignet sind. Nischenprodukte können besonders attraktiv sein, da sie einen gezielten Kundenstamm ansprechen und weniger Konkurrenz bieten.

2. Zielgruppe kennenlernen

Bevor Sie weiter in die Produktentwicklung und Markteinführung investieren, sollten Sie sich mit Ihrer Zielgruppe auseinandersetzen. Daten zu Kaufverhalten, Präferenzen und demografische Merkmale helfen Ihnen dabei, maßgeschneiderte Marketingstrategien und Produkte zu entwickeln, die genau auf die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Zielgruppe abgestimmt sind.

3. Wettbewerb analysieren

Haben Sie sich für bestimmte Produkte entschieden und sich mit Ihrer Zielgruppe auseinandergesetzt, sollten Sie im nächsten Schritt Ihre Konkurrenten, deren Marktplatzpräsenz, Branding und Produkte gründlich analysieren. Das hilft Ihnen dabei, ein besseres Verständnis für den Markt zu entwickeln und Ihre Strategie entsprechend einzustellen.

4. Hersteller finden

Die Auswahl eines zuverlässigen Private Label Herstellers ist entscheidend, um die Qualität Ihrer Produkte zu gewährleisten. Plattformen wie Alibaba oder Europages können Ihnen dabei helfen, geeignete Hersteller zu finden.

5. Fulfillment-Strategie auswählen

Entscheiden Sie, ob Sie selbst versenden (Fulfillment by Merchant, FBM) oder den Versand durch Amazon (Fulfillment by Amazon, FBA) nutzen wollen.

6. Branding und Produktlisting umsetzen

Entwickeln Sie ein ansprechendes Logo und eine hochwertige Verpackung, um das Wertversprechen Ihrer Marke zu stärken. Achten Sie beim Produktlisting darauf, dass Sie Ihr Produkt möglichst detailliert beschreiben und qualitativ hochwertige Bilder nutzen. Passende Keywords optimieren Ihr Angebot für den Amazon-Algorithmus.

Lesetipp: Wollen Sie wissen, wie Sie Ihre Produktseiten für die Amazon-Suche optimieren? In unserem Blogpost zum Amazon-SEO zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten müssen. Jetzt zum Blogbeitrag

7. Marketing und Kundenpflege

Sie sind bereit zu verkaufen. Nutzen Sie gesponserte Kampagnen, um die Sichtbarkeit Ihrer Private Label Produkte zu erhöhen. Sobald Sie die ersten Produkte verkauft haben, fordern Sie Kundenbewertungen an und pflegen Sie die Kundenbeziehung.

Praxistipps für Ihre Repricing-Strategie von Amazon Private Label

Der E-Commerce ist stark umkämpft. Am Ende entscheidet wie so oft der Preis – und da gilt es anzusetzen. Eine dynamische Preisgestaltung kann entscheidend sein, um sich in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld durchzusetzen.

1. Kennen Sie Ihre Preise

Verstehen Sie Ihre Kostenstrukturen und Marktpreise, damit Sie auf Marktänderungen, wie neue Konkurrenten oder Rabattaktionen, flexibel reagieren können. Repricing-Tools wie SnapTrade helfen Ihnen dabei, Ihre Preise automatisch zu optimieren und Ihre Margen zu maximieren.

Lesetipp: In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie eine Preiskalkulation mit SnapTrade Ihre ausführen.

2. Optimieren Sie Ihre Preise

Wenn der Preis Ihres Produktes stark von den Preisen der Konkurrenz abweicht, hilft Ihnen auch die beste Marke nicht weiter. Amazon Private Label hat zwar viele Vorteile,  was die Darstellung des Produktes unter der eigenen Marke betrifft. Oftmals entscheidet jedoch der Preis als hartes Verkaufsargument. Damit Sie Ihre Verkaufschancen verbessern, müssen Sie die Angebote und Preise der Konkurrenz im Blick behalten.

Lesetipp: SnapTrade ermöglicht Ihnen eine ASIN-übergreifende Preisoptimierung. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie das Tool nutzen, um Ihre Marge zu erhöhen.

3. Orientieren Sie sich an der Nachfrage

Als Amazon Private Label-Verkäufer haben Sie den Vorteil, dass Sie sich von der Konkurrenz absetzen können und den Wettbewerb reduzieren. Allerdings bedeutet ein Quasi-Monopol noch nicht, dass Sie auch automatisch Profit generieren. Auch als alleiniger Anbieter müssen Sie Ihre Produkte margenoptimiert verkaufen. Richten Sie dafür Ihre Preise anhand der Nachfrage aus.

Lesetipp: In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie mit der Nachfrage-Optimierung mit SnapTrade. Ihre Produkte margenorientiert verkaufen: Jetzt zum Blogbeitrag.

Fazit

Amazon Private Label bietet eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich auf dem Markt zu positionieren und Kontrolle über die Produktgestaltung und Vermarktung zu gewinnen. Mit den richtigen Strategien und Werkzeugen und dem nötigen Durchhaltevermögen können Sie die Herausforderungen überwinden und Ihr Geschäft auf Amazon erfolgreich ausbauen.

Über die Autorin

Häufig gestellte Fragen zu Amazon Private Label

Der Begriff Private Label kommt aus dem Englischen und bedeutet „Handelsmarke“. Private Label bezieht sich auf Produkte, die von einem Hersteller produziert, aber unter der Marke des Händlers vermarktet werden. Diese Strategie ermöglicht es Händlern, exklusive Produkte anzubieten, ohne selbst in die Produktion zu investieren.

Private Label Produkte sind Artikel, die von einem Dritthersteller gefertigt und unter der Marke eines Einzelhändlers oder Verkäufers angeboten werden. Diese Produkte ermöglichen es Unternehmen, eigene Marken zu entwickeln und zu kontrollieren, während sie Produktionskosten und -risiken minimieren.

White Label Produkte werden generisch produziert und von verschiedenen Händlern unter verschiedenen Marken verkauft. Private Label Produkte hingegen werden exklusiv für einen Händler hergestellt und nur unter dessen Marke vertrieben, was individuelle Anpassungen und eine einzigartige Markenidentität ermöglicht.

Wer sich erfolgreich in solche einem dynamischen Umfeld bewegen will, muss seine Preise genaustens kennen und die Preise der Konkurrenz überwachen. Tools wie SnapTrade nehmen Ihnen manuell Arbeit ab und sorgen für Zeitersparnis.

Unternehmen entscheiden sich für Private Label Produkte, um ihre Gewinnmargen zu verbessern, ihre Markenbekanntheit zu steigern und die Kontrolle über Produktqualität und Preisgestaltung zu behalten. Diese Strategie ermöglicht es auch, schnell auf Markttrends zu reagieren und das Produktangebot zu diversifizieren.

Einen zuverlässigen Hersteller für Private Label Produkte finden Sie über Handelsplattformen wie Alibaba oder Global Sources, durch Branchenmessen oder Empfehlungen. Wichtig ist, die Qualität und Zuverlässigkeit des Herstellers zu prüfen, idealerweise durch Musterbestellungen oder Besuche vor Ort.