Totes Kapital: So nutzen Sie Ihre Betriebsressourcen effizient

Totes Kapital vermeiden, wir erklären wie es funktioniert

Egal ob Sie ein eigenes Warenlager betreiben oder externe Fulfillment-Dienstleister wie zum Beispiel Amazons FBA nutzen: Ihre Lagerkapazitäten sind bares Geld wert. Idealerweise schlägt sich ihr Kapital zügig um: Sie fertigen ein Produkt oder lassen es fertigen und nach kurzer Zwischenlagerung verkaufen Sie den Artikel zu einem Preis, der einerseits die Wiederbeschaffung neuer Produkte finanziert und daneben auch noch genügend Marge für ein wirtschaftliches Geschäft abwirft. Aber was passiert, wenn dieser Fluss ins Stocken gerät? Sogenanntes totes Kapital bedeutet nicht nur versäumte Gewinne, durch ein erhöhtes Lageraufkommen kann es sogar Kosten verursachen und im schlimmsten Fall Ihr Unternehmen gefährden. In diesem Blog soll es uns deshalb darum gehen, wie es gelingt, totes Kapital zu vermeiden und Ihren Kapitalfluss zu reanimieren.

Definition: Was ist totes Kapital?

Beim toten Kapital handelt es sich um eine Bezeichnung aus der Betriebswirtschaft. Im Großen und Ganzen beschreibt der Begriff ungenutzte Ressourcen. Die Nicht-Nutzung kann vielerlei Gründe haben, ein klassisches Bespiel sind Fehlinvestitionen. Wenn Sie beispielsweise eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio abschließen, für die monatliche Gebühren anfallen, Sie von dieser jedoch nie Gebrauch machen, handelt es sich bei den Monatsbeiträgen um totes Kapital – Sie könnten dieses Geld wahrscheinlich anderswo sinnvoller einsetzen.

In der Geschäftswelt hat totes Kapital oft sehr viel größere Auswirkungen als im privaten Bereich. Das liegt daran, dass Investitionen in anderen Dimensionen stattfinden. Wenn es Ihnen nicht gelingt, einmal produzierte Artikel zu veräußern, dann bleibt dieses Investment gebunden, was unter Umständen zu Liquiditätsengpässen führen kann.

Weitere Beispiele für totes Kapital in Unternehmen:

  • Nicht ausgelastete Maschinen und Anlagen
  • Überdimensionierte Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden
  • Verbindlichkeiten

Sekundäre Effekte

Gerne wird unterschätzt, dass totes Kapital oft auch von sekundären Effekten begleitet wird. Da gebundenes Kapital nicht anderweitig investiert werden kann, bleiben Chancen für ein lohnendes Investment häufig ungenutzt. Die BWL spricht hier von sogenannten Opportunitätskosten. Diese wirken sich oft nur indirekt auf das Unternehmen aus, durch totes Kapital können jedoch auch tatsächliche Mehrkosten entstehen. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie für Ihre nicht verkauften Produkte zusätzliche Lagerkapazitäten benötigen und/oder Kosten für die Entsorgung der Artikel entstehen.

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Totes Kapital vermeiden: Wie geht das?

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Strategien vor, wie Sie totes Kapital vermeiden können.

#1 Analysieren und optimieren Sie Ihre Prozesse

Totes Kapital verbirgt sich oft ungesehen in ineffizienten Prozessen. Das Problem ist, dass unnötige Kapitalbindung innerhalb der Geschäftsabläufe meist schwer messbar ist. Hier lohnt es sich, einzelne Prozesse im Detail zu analysieren und wenn möglich zu automatisieren, denn oft kosten Zeit für manuelle Bearbeitung und die Behebung auf dieser Art entstandener Fehler mehr als die Investition für eine automatisierte Lösung.

Die optimierbaren Prozesse innerhalb eines Unternehmens werden in drei Gruppen kategorisiert. Order-to-Cash, Purchase-to-Pay und die Total-Supply-Chain.

Order-to-Cash meint die Abläufe von der Bestellung bis hin zum Zahlungseingang durch Ihre Kundschaft. Darunter fallen zum Beispiel Preisbildung, Zahlungsoptionen, Risiko- und Retourenmanagement.

Purchase-to-Pay beschreibt die Lieferantenprozesse vom Einkauf bis zu Zahlung Ihrer Verbindlichkeiten, zum Beispiel Wareneingang, Kreditorenmanagement und Rechnungsprüfung.

Die Prozesse der Total-Supply-Chain umfassen alle Abläufe von der Entwicklung bis zum Versand der Ware. Hier kommt es vor allem auf Ihre Vorräte an, die eine Positionen Ihrer Bilanz ausmachen. Wenn diese zu lange oder in zu großen Mengen lagernd sind, kann dies totes Kapital bedeuten.

In vielen Fällen lohnt es sich vor allem, diejenigen einzubeziehen, die die Prozesse ausführen. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen oft am besten, wo totes Kapital vermieden werden kann. Fragen Sie sie einfach!

#2 Vermeiden Sie Überkapazitäten

In der Fertigung können Sie totes Kapital am besten vermeiden, wenn Sie Ihren Ressourceneinsatz möglichst exakt bestimmen und Überkapazitäten vermeiden. Das ist leichter gesagt als getan, da Absatzprognosen für gewöhnlich vom IST-Zustand abweichen – Sie können nicht exakt vorhersagen, wie viel Sie innerhalb einer Periode genau verkaufen werden. Sofern vorhanden, sind Vergangenheits- und Marktdaten hierzu aber eine gute Quelle für die ungefähre Bedarfsrechnung.

#3 Regulieren Sie den Preis

Steckt totes Kapital in Ihren Endprodukten, da sich diese nicht wie prognostiziert verkaufen, können Sie den Absatz auch über eine Anpassung Ihrer Preise fördern. Ja, eine Preissenkung vermindert Ihre Produktmarge. Sie kann jedoch auch der Grund dafür sein, dass sich ein Ladenhüter überhaupt erst verkauft und wieder Lagerkapazitäten freiwerden. Sobald Sie regelmäßig und für ein breites Sortiment Preisoptimierungen vornehmen, lohnt sich eine automatisierte Lösung.

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Das Ganze funktioniert übrigens auch in die andere Richtung: Wird ein Artikel sehr oft nachgefragt, können Sie den Preis anheben und margenoptimiert verkaufen.

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Fazit

Totes Kapital ist in der Geschäftswelt häufig anzutreffen und senkt den Investitionsspielraum von Unternehmen. Das Hauptproblem besteht darin, es überhaupt erst zu identifizieren, denn oft steckt sich totes Kapital in Ihren Prozessen. Auch wenn Sie Produkte nicht wie geplant verkaufen können, bleiben Ihre Ressourcen länger an diesen gebunden. Dann kann der Preis eine wirksame Stellschraube sein, um Lagerhüter zu reanimieren.

Über die Autorin

Häufig gestellte Fragen zu totem Kapital

Was ist totes Kapital?

Totes Kapital beschreibt Ressourcen, die gebunden und aufgrund dessen nicht anderweitig nutzbar sind.

Was macht totes Kapital gefährlich?

Totes Kapital senkt den Investitionsspielraum Ihres Unternehmens und kann durch Begleiteffekte zusätzliche Kosten verursachen. Wenn Investitionen ausbleiben, weil Sie gebundene Ressourcen nicht ausschöpfen können, kann dies die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens beeinträchtigen.

Wie kann totes Kapital vermieden werden?

Totes Kapital lässt sich durch eine detaillierte Prozessanalyse identifizieren und vermeiden.  Eine weitere Stellschraube ist zudem der Preis. Indem Sie die Verkaufspreise Ihrer Ladenhüter senken, erhöhen Sie Ihre Verkaufschancen. Mit einem dynamischen Repricing lässt sich dieser Prozess auch automatisieren.

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