Amazon Trends: Wie wird sich der Marktplatz künftig entwickeln?

Amazon Trends und Entwicklungen im Überblick

In einem unserer letzten Beiträge haben wir uns neue Features bei eBay einmal näher angeschaut. Nun soll es uns einmal mehr um den Amazon Marktplatz gehen – und um die Frage, wie sich dieser künftig entwickeln wird. Für nicht wenige Händlerinnen und Händler ist Amazon der bedeutendste Kanal, weshalb die Entwicklungen in und um den Konzernriesen eine wesentliche Rolle in der strategischen Ausrichtung von Online-Unternehmen spielen dürften. Aus diesem Grund schauen wir in diesem Beitrag auf die Amazon Trends und Entwicklungen, die Entrepreneure mittel- und langfristig beschäftigen werden.

Amazon Trends: Eine Sache ist ziemlich klar

… nämlich, dass der Konzern auch in Zukunft kräftig mitbestimmt, was die Entwicklungen im E-Commerce angeht. Eine Welt ohne Amazon? Heutzutage kaum vorstellbar. Durch innovative Lösungen hat es das US-Unternehmen seit seiner Gründung als Online-Buchhandel im Jahr 1995 geschafft, in immer neue Geschäftsbereiche vor- und etablierte Branchengrößen vom Thron zu stoßen. Laut statista.de ist Amazon die wertvollste E-Commerce-Marke der Welt, somit ist klar, woran es dem Giganten nicht fehlt: an Ressourcen. Die finanziellen Möglichkeiten sind mehr als gegeben, damit Amazon auch auf lange Sicht Innovator für sich selbst und eine ganze Branche sein kann.

Amazon Entwicklungen im Bereich FBA

Fulfillment by Amazon, kurz FBA, ist nur eine von verschiedensten Dienstleistungen, die der Marktplatzbetreiber seinen Händlerinnen und Händlern anbietet. Diese ist besonders aus Sicht von E-Commerce-Neulingen interessant, da sie nicht erst ein eigenes Logistik-Netzwerk aufbauen müssen. Stattdessen können sie bestehende Infrastrukturen nutzen und die Bestellabwicklung an Amazon auslagern. Grundsätzlich wird das auch weiterhin möglich sein. Die Frage ist nur, ob und wie sehr der Service auch tatsächlich nutzbar erscheint. In der Vergangenheit gehörte es zu einem der beständigsten Amazon Trends, dass der Konzern die Gebühren für seinen Dienst an verschiedensten Stellen erhöht hat. Jede Erhöhung macht FBA natürlich weniger attraktiv. Das gilt insbesondere für Händlerinnen und Händler, die im niedrigen Preissegment agieren und einem harten Konkurrenzdruck ausgesetzt sind.

Lesetipp: Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie Ihre FBA-Kosten berechnen.

Abgesehen davon wird es aber auch positive, in erster Linie wohl technologische Entwicklungen bei Amazon geben. Der Konzern baut sein Logistiknetzwerk stetig aus und wird bei der Bestellabwicklung immer effizienter. Zudem verspricht Amazon, bis 2040 CO2-neutral werden zu wollen. Allein dieses Ziel erfordert technologische Veränderungen, die auf den gesamten Markt Auswirkungen haben werden. Traditionelle Versanddienstleister wie DHL, DPD & Co. müssen sich ebenfalls weiterentwickeln, wenn sie nicht hinter Amazons Entwicklungen zurückbleiben wollen.

Amazon Trends in Sachen Advertising: Sponsored Brands bestimmten SEA für Amazon

Beim Amazon Advertising handelt es sich um einen sehr dynamischen Bereich, der in der jüngeren Vergangenheit viele Änderungen durchlaufen hat. Diese sind es auch, die die Nutzung von Amazon Ads nachhaltig verändern werden.

Das gilt insbesondere für die sog. Sponsered Brands. Das Feature ging 2020 zunächst unter dem Titel „Amazon Headline Search Ads“ an den Start und erfreut sich seitdem zunehmender Beliebtheit. Sponsored Brands geben Ihnen die Möglichkeit, personalisierte Anzeigen mit Ihrem Logo, einem Slogan und bis zu 3 Produkt-Erweiterungen zu schalten. Bezahlt werden die Anzeigen nach einem PPC-Modell (Pay-Per-Click).

Mit steigender Nutzung der Sponsored Brands werden auch mehr Marken auf Amazon registriert werden, denn die Eintragung in die Amazon Brand Registry ist eine Nutzungsvoraussetzung für die Sponsored Brands, als nicht-registrierte Marke sind die Handlungsspielräume in Punkto SEA eher begrenzt.

Vermutlich wird sich ein Trend bei Amazon SEA einstellen, der auch schon bei anderen SEA-Kanälen, beispielsweise Google Ads, beobachtbar ist: ein Preisanstieg. Je mehr Händlerinnen und Händler das Feature nutzen, desto mehr Bieter gibt es auf einzelne Keywords und Kategorien, das wiederum treibt die Preise in die Höhe. Umso wichtiger ist, dass Unternehmen ihre Ziele mit Amazon SEA genaustens definieren und das vorhandene Budget so effizient wie möglich nutzen.

Lesetipp: Amazon Brand Registry und Sponsored Brands sind spannende Möglichkeiten in Bezug auf das Branding auf Marktplätzen. Mehr dazu bei uns im Blog.

Amazon DSP: Die nächste Stufe des Amazon Advertising

Mit Amazon DSP (Demand-Side-Plattform) schlägt Amazon den Weg in Richtung des Programmic Advertising ein. In Bezug auf das Online-Marketing ist das noch eine recht junge Disziplin. Dabei werden auf Basis von Nutzerdaten in Echtzeit Werbeflächen eingekauft und auf diesen zugeschnittene Werbebanner ausgespielt.

Der größte Unterschied zu den herkömmlichen Amazon Ads besteht darin, dass Amazon DSP nicht auf den Marktplatz beschränkt ist, sondern Anzeigen auch außerhalb erscheinen können. So werden Nutzerinnen und Nutzer schon sehr viel früher auf bestimmte Produkte aufmerksam gemacht. Auch das Bezahlmodell unterscheidet sich im Vergleich zu den obenstehenden Sponsored Ads und folgt einem CPM-Ansatz (Cost-Per-Mille). Das bedeutet, dass immer nach 1.000 Impressionen abgerechnet wird, ob Klicks und Käufe durch DSP zustandekommen, ist für die Kosten irrelevant.

Sein Bezahlmodell macht das Feature zu einem Amazon Trend, der wohl nur die großen Unternehmen tangiert. Zum Einlernen benötigt der Algorithmus viele Daten, das wiederum bedeutet hohe vorgelagerte Kosten, ehe sich das System eingespielt hat und die richtigen Kundinnen und Kunden adressiert werden.

Amazon Attribution: Google Analytics für den Marktplatz

Amazon Attribution könnte für all jene eine spannende Amazon Entwicklung sein, die über verschiedenste Kanäle versuchen, Käuferinnen und Käufer auf ihre Amazon-Präsenz zu locken. Attribution ist so etwas wie das Amazon-Pendant zu Google Analytics, das die Performance von Social-Media, Video- oder anderen Kampagnen aufzeigt und Informationen bereitstellt, welche Produktseiten Nutzer besonders interessant finden – und wie sie auf diesen gelandet sind. Damit ist das Tool vor allem für professionelle Händlerinnen und Händler sowie Agenturen interessant, die ein möglichst effizientes Performance Marketing betreiben wollen.

Momentan handelt es sich bei Attribution um einen Amazon Trend im Beta-Stadium. Das Tool ist jedoch schon für den deutschen Markt zugänglich und Stand jetzt kostenlos. Nutzungsvoraussetzung ist, wie auch bei den Sponsored Ads, eine erfolgreiche Markenregistrierung.

Tools werden zur notwendigen Standard-Ausstattung

Langfristig ist abzusehen, dass der Handel auf Amazon immer professioneller wird. Gründe dafür sind kommende Amazon Entwicklungen, neue Funktionen, aber auch der steigende Wettbewerb innerhalb des Marktplatzes.

Um diesen Veränderungen Herr zu werden, bedarf es passender Werkezuge wie ERP-Systeme, Repricer und Kampagnen-Optimierer, die auf Veränderungen des Marktes reagieren und automatisch Anpassungen vornehmen.

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Amazon SEO: Ein Amazon Trend, der eigentlich keiner ist

Amazon gefällt, was potenziellen Kundinnen und Kunden ebenso gefällt. Das ist nicht erst seit Kurzem so. Trotzdem bekommt die Thematik Amazon SEO immer mehr Auftrieb. Nicht der Marktplatz an sich, sondern der zunehmende Wettbewerb auf diesem ist dabei der Treiber dieser Amazon Entwicklung.

In der Masse der Anbieter wollen Unternehmen mit ihren Produkten (positiv) auffallen und optimieren folgerichtig ihre Produktinformationen. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation: Während Händlerinnen und Händler mehr Sichtbarkeit bekommen, erfreut man sich auf Käufer-Seite über anschauliches Bildmaterial, sowie detaillierte und vor allem glaubwürdige Texte. Die zunehmende Qualität führt allerdings auch zu gesteigerten Erwartungen: Amazon SEO wird so zum Hygiene-Faktor. Wer seine Texte nicht optimiert, wird auf lange Sicht kein erfolgreiches Amazon-Business aufbauen können.

Lesetipp: Amazon SEO steht eng mit dem Schreiben von Produkttexten in Verbindung. Alle Infos zu diesem Thema haben wir in einem Blogbeitrag für Sie zusammengefasst.

Seller = Vendor – zumindest bei den Funktionen

Grundsätzlich werden bei Amazon zwei Arten von Händlerinnen und Händlern unterschieden, Seller und Vendor. Seller nutzen den Marktplatz als Verkaufsplattform im klassischen Sinne, indem sie ihre Produkte potenziellen Kundinnen und Kunden anbieten. Bei Vendoren ist nicht der Endverbraucher, sondern Amazon selbst der Abnehmer der Produkte. Die Rede ist daher auch von einem First-Party-Verkauf. Amazon Vendor wird nur, wer vom Konzern eine Einladung zum Vendor Central erhält. Für das Seller Central hingegen ist keine Einladung nötig.

Vielleicht wird man die Trennung zwischen Sellern und Vendoren nicht zur Gänze auflösen. Seit einiger Zeit ist aber zu beobachten, dass Amazon immer mehr Funktionen für Seller ausrollt, die bisher nur Vendoren vorbehalten waren. Dass dieser Amazon Trend in nächster Zeit eine Kehrtwende erfährt, ist nicht zu erwarten. Es scheint vielmehr so zu sein, dass Sellern mehr Beachtung zuteilwird und perspektivisch mehr Funktionen für diese Gruppe nutzbar gemacht werden. In welchem Umfang das passiert und welche Features das im Detail betrifft, weiß jedoch nur der Marktplatzbetreiber selbst.

Amazon Trend Live-Selling: Wohl eher etwas in Übersee?

Mit Amazon Live steht Händlerinnen und Händlern ein Feature zur Verfügung, dass an die Home-Shopping-Kanäle QVC und HSE24 erinnert. Per Stream können Unternehmen ihre Produkte bewerben und deren Vorzüge zur Schau stellen. An sich eine Tolle Idee, hat man im E-Commerce ja naturgemäß nicht die Möglichkeit, ein Produkt vor dem Kauf zu testen. Je nachdem wie interaktiv der Stream ausgestaltet ist, könnten Interessierte direkt mit den Werbenden in Kontakt treten und beispielsweise Fragen zum Produkt stellen.

Ob das sog. Live-Selling auch hierzulande Anklang findet, darf jedoch bezweifelt werden. Zumindest bei festen Sendezeiten haben wir unsere Zweifel, ob diese den Geschmack des europäischen Marktes treffen. Nicht umsonst sind Streaming-Plattformen wie NetFlix dermaßen beliebt und in der Lage, etablierten TV-Sendern zumindest bei der jüngeren Zielgruppe den Rang abzulaufen. Anders sähe es womöglich aus, wenn Amazon Live auch eine Video-on-Demand-Funktion bietet. Ob das der Fall sein wird, ist derzeit nicht bekannt. Momentan ist das Feature nur für den US-Markt zugänglich und damit eher ein Zukunftstrend.

Ein Amazon Trend führt weg vom Marktplatz: Multi- und Omnichannel

So schön und einfach die Nutzung von Marktplätzen im Allgemeinen und Amazon im Besonderen auch ist, immer mehr Unternehmen stellen sich breiter auf und bieten ihre Produkte auf mehreren Kanälen an. So wurde aus dem Multichannel ein Buzzword des E-Commerce, das im sog. Omnichannel nochmal eine Steigerung erfährt. Der Gedanke vom Multichannel als Verkaufsstrategie ist auch nur nachvollziehbar, schließlich ermöglichen es gängige ERP-Systeme, schon mit wenigen Klicks auf verschiedensten Plattformen zu verkaufen. Warum sollte man dieses Absatzpotenzial also ungenutzt lassen? Zudem ermöglicht es ein eigener Onlineshop sehr viel leichter, eine glaubhafte Markenstory zu erzählen und bietet, abgesehen von rechtlichen Rahmenbedingungen, volle Gestaltungsfreiheit.

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Fazit

Es brodelt in der Amazon-Küche. Während einige Trendthemen die Bezeichnung nicht so recht verdienen, Stichwort Amazon SEO, schiebt der E-Commerce-Konzern an anderer Stelle mächtig an. Agenturen und Anbietern professioneller Amazon-Tools ist es fast schon zu wünschen, dass das US-Unternehmen ein wenig vom Gas geht und nicht ein neues Feature nach dem anderen auf den Markt wirft. Andernfalls droht man schnell den Überblick zu verlieren.

Innovationsverdruss kann man Amazon jedenfalls nicht vorwerfen. Fraglich ist, ob jedes neue Feature hierzulande gleichermaßen angenommen wird. Vor allem beim Live-Selling hängt das wohl sehr von der Ausgestaltung ab. Andere Erweiterungen wie Amazon Attribution und Amazon DSP hingegen dürften vor allem bei professionellen und größeren Händlerinnen und Händlern Interesse wecken.

Häufig gestellte Fragen zu Amazon Trends

Warum Amazon Trends verfolgen?

Für viele Händlerinnen und Händler ist Amazon der bedeutendste Kanal – für manche sogar der einzige. Um langfristig auf dem Marktplatz erfolgreich zu sein, ist es wichtig, kommende und aktuelle Amazon Trends im Blick zu behalten und alle Möglichkeiten für Werbung, Vertrieb, Kommissionierung etc. auszuschöpfen.

Was sind spannende Amazon Trends?

Es gibt verschiedene Bereiche, die sich zurecht als Amazon Trends bezeichnen ließen. Rein an der Dynamik in Sachen Entwicklung ist es vor allem der Bereich SEA mit Sponsored Brands und Amazon DSP, der enorm Fahrt aufnimmt. Ein echtes Dauerbrennerthema ist dagegen Amazon SEO. Mit Amazon Live und Amazon Attribution stehen Entwicklungen in den Startlöchern, die Händlerinnen und Händlern noch mehr Vielfalt bieten, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen bzw. um Ergebnisse zu monitoren.